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Im Angesicht des Verbrechens – Fernseharbeit am Beispiel einer Serie

Anhand der zehnteiligen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ werden in ausführlichen Gesprächen mit dem Regisseur Dominik Graf und seinen engsten Mitarbeitern die unterschiedlichen Schritte und Stadien eines Films vorgestellt.

Ein Werkstattbericht, bei dem es um die Kunst, das Handwerk und den Prozeß des Filmemachens geht, ein ›Hands-on Manual‹, das Regisseuren, Schauspielern und allen Filminteressierten einen Blick auf Dominik Grafs Arbeitsweise erlaubt.

Das Buch enthält Interviews mit Dominik Graf und den an der Serie beteiligten Mitarbeitern: dem Drehbuchautor Rolf Basedow, den Redakteuren Wolf-Dietrich Brücker, Frank Tönsmann (WDR) und Andreas Schreitmüller (ARTE), der Producerin Kathrin Bullemer, dem Kameramann Michael Wiesweg, dem Szenenbildner Claus-Jürgen Pfeiffer, der Cutterin Claudia Wolscht, den Musikern Sven Rossenbach und Florian Van Volxem sowie Statements der Schauspieler Max Riemelt, Ronald Zehrfeld, Marie Bäumer, Mišel Maticˇevicˇ, Bernd Stegemann, Alina Levshin, Katja Nesytowa und Bülent Sharif und einen Beitrag von Peter Körte.

Ergänzt wird der Band u. a. durch eine Filmographie und ein Glossar mit den wichtigsten filmtechnischen Fachbegriffen. Erscheint in Zusammenarbeit mit ARTE Deutschland TV GmbH

Dominik Graf · Johannes F. Sievert

Im Angesicht des Verbrechens

Fernseharbeit am Beispiel einer Serie

392 Seiten / Abb. 75 / Fadenheftung / Broschur / 2010
ISBN 978-3-89581-221-7

29,90 €

 

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Sinan G.

Das Ruhrgebiet steht, vertreten durch die Stadt Essen, als Kulturhauptstadt Europas 2010 im europäischen Fokus. Die ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel nahm dies zum Anlass, mit einem Film der Frage nachzugehen, was den besonderen Charakter des Ruhrgebiets ausmacht.

Sieben talentierte NachwuchsregisseurInnen der Kunsthochschule für Medien Köln und der ifs internationale filmschule Köln werfen einen persönlichen Blick auf diese Region. Manchen von ihnen ist sie seit ihrer Kindheit sehr vertraut, anderen eher neu. Sie gehen der Frage nach, wofür das Ruhrgebiet heute steht, wo es seine Identität findet – eine Region, die so lange von der Industrie geprägt war und heute nach einem neuen Gesicht sucht.Sie erheben nicht den Anspruch, ein abschließendes Bild des Ruhrgebiets zu geben, stehen vielmehr stellvertretend für 53 Städte und Gemeinden, 5,3 Millionen Menschen, 4.435 Quadratkilometer, unzählige Klischees und kulturelle Vielseitigkeit. Entstanden ist ein Film, der durch eine innovative Verknüpfung der einzelnen Filmbeiträge ein umfassendes, unterhaltsames und gleichzeitig nachdenkliches Bild des Ruhrgebiets zeichnet. Johannes F. Sievert drehte für das ZDF die Episode SINAN G.


Statement von Johannes F. Sievert zu Sinan G.

Ruhrgebiet: Das war für mich immer nah der Heimat.

Groß geworden im ostwestfälischen Bielefeld, Dortmund eine Stunde entfernt. Dann nach Abitur und Zivildienst das Studium an der Ruhr-Universität Bochum, die erste eigene Wohnung: Ückendorfer Strasse in Wattenscheid. In unmittelbarer Nähe die Schachtanlage 1/2 der Zeche Holland – die einzige erhaltene Schachtanlage im Ruhrgebiet mit einem Zwillingsmalakowturm.

Mythenreich empfängt einen das Ruhrgebiet, wohlig findet man die gängigen Klischees bestätigt: harte Arbeit, ehrliche Leute, Solidarität, Kohle, Stahl, Schmelztiegel der Nationalitäten, Fußball, Pommes-Buden-Deutsch, Schimanski und der Kohlepfennig …

Der Wandel, speziell der Strukturwandel, bestimmte schon früh das Bild des Ruhrgebiets im Nachkriegsdeutschland. Die Gründung der Ruhr-Universität, ein Jahr nach der Neuansiedlung des Opel Werks (1960) setzte ein Zeichen: weg vom reinen Arbeiterstatus, hin zu einer akademischen Ausbildung. Was auch gelang: Die Bildungsreserven vor Ort konnten mobilisiert werden und boten auch denjenigen einen Studienplatz, deren Eltern keine Unterbringung fern der Heimat finanzieren konnten, so dass fast neunzig Prozent aller Studierenden aus einem 50-Kilometer-Umkreis kommen.

An der RUB habe ich eine geistige Heimat gefunden, die sich natürlich auch aus meiner filmischen und pop-kulturellen Sozialisation nährte: wie viel verlockender klang Extrabreits „Komm nach Hagen, werde Popstar, mach dein Glück!“ als all die Versprechen heutiger Casting-Shows. Wie viel mehr Freiheit und ungestillte Sehnsucht lag in den filmischen Charakteren, die Westernhagen oder George spielten – um nur zwei zu erwähnen – oder die die Filme von Adolf Winkelmann bevölkerten.

Die Figur Schimanski ist so, wie er war, nur im Ruhrgebiet möglich gewesen.

Wo sonst hätte ein Tatort mit dem Satz: „Kein Schwanz ist so hart wie das Leben“ beginnen können, zudem man Georges nacktes Hinterteil vor einem noch dunklen, dem Morgen entgegen dämmernden Duisburg sah.

Stehaufmännchen wie Theo – „Aufforderung zum Tanz“ / „Theo gegen den Rest der Welt“ – nebst Kumpanen wie dem großartigen Guido Gagliardi – boten einen anderen Traum vom Glück als das vormalige bundesdeutsche Kino/Fernsehen.

Hier wurden Geschichten von Außenseitern und ihrer Suche nach dem Glück erzählt: mit geradezu amerikanischer Lakonie und trotzdem ganz eigenständig und unverkennbar deutsch.

Premiere in Los Angeles

Der semi-dokumentarische Film People on Sunday 2010, für den Johannes F. Sievert die Episode TRANSITIONS drehte, hat am 06.11.2011 in Los Angeles Premiere. 

In the summer of 2010, students of the University of California Los Angeles (UCLA), School of Theater, Film & Television and graduates of ifs internationale filmschule took part in the summer school at ifs in Cologne called “People on Sunday 2010″ – referring to the film “Menschen am Sonntag” (Berlin 1930) by the German-American filmmakers Billy Wilder, Curt and Robert Siodmak, Fred Zinnemann and Edgar Ulmer. Results of the summer school were four short films created together by the German-American teams, now been combined into a compilation.

The time and setting of “People on Sunday 2010″ is a Sunday in Cologne during the Soccer World Championship in 2010. People in the big city encounter each other, love stories unravel and dissipate or they are put to the test. Each given moment in time reveals varying life situations, cultural and social backgrounds, and is condensed into an image of urban life. Even on the production level, the parallels to the original are obvious. The semi-documentary collage was shot with amateur performers, many improvisational elements, hand-held cameras and with the participation of several directors.

Director Johannes Sievert and DOP Jeanne Tyson shooting on location

“People on Sunday 2010″ mirrors an attitude towards life and an image of society – completely inspired by its role model “Menschen am Sonntag” in 1930 which is considered to be an outstanding work of silent era avant-garde cinema in its upfront depiction of social reality. Its makers were driven away from Germany by the Nazis. They emigrated to the USA and heavily influenced the film industry in Hollywood. Consequently, this bilateral project looks into an almost forgotten chapter of German-American film history. “Menschen am Sonntag” thus stands for a strong interconnection of German and American film history. Now, eighty years later, “People on Sunday 2010″ interconnects contemporary German and American filmmaking.

The film productions were preceded by an academic week in which professors from both schools gave seminars on the film history and analysis of “Menschen am Sonntag” and its makers. The summer school was run under the direction of Dr. Gundolf S. Freyermuth, Professor for Comparative Media Studies at ifs, and was funded by the government of North-Rhine Westphalia, Germany. Among the participating professors were UCLA’s Dr. Jan-Christopher Horak and Becky Smith; and ifs’ Dr. Lisa Gotto, Gerd Haag and Hans-Erich Viet.